130 Jahre Krankenpflegeförderverein
130 Jahre Krankenpflegeförderverein Mit einem Festakt feierte der Krankenpflegeförderverein am 01. Oktober 2026 sein 130-jähriges Bestehen mit etwa 100 Mitgliedern, die hierzu in die Stadtkirche gekommen waren. Nach festlicher Eröffnung durch das Kantoreiorchester Untertürkeim unter der Leitung von Irene Ziegler mit „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar berichtete zunächst Frau Carmen Treffinger, die Oberin der Diakonissenanstalt Stuttgart, vom Beginn der diakonischen Krankenversorgung in Kaiserswerth durch das Ehepaar Fliedner und später in Stuttgart mit der Gründung der Diakonissenanstalt Stuttgart. Auch interessante Berichte und Anekdoten aus den Anfängen der Diakoniestation in Untertürkheim hatte Frau Treffinger aus ihrem Archiv zusammen mit einigen interessanten Fotodokumentationen mitgebracht. Im Anschluss berichtete Herr Markus Hummel aus der heutigen Diakoniestation Untertürkheim und Matthias Vöhringer von den derzeitigen Aktivitäten des Krankenpflegefördervereins, der sich ganz in der Tradition des vor 130 Jahren gegründeten Krankenpflegevereins der „Verpflegung der Kranken in Untertürkheim“ verpflichtet sieht. Mit einem Geschenk wurde Herr Hummel verabschiedet, der mit dem 01.10. die pflegerische Leitung der Diakoniestation Stuttgart übernimmt. Seine Nachfolgerin in Untertürkheim ist seine bisherige Stellvertreterin Frau Anula Kwidzinska. Sie wurde mit einem Blumenstrauß als neue Leitung unserer Diakoniestation begrüßt. Es folgten 2 flotte Tango-Stücke des Kantoreiorchesters und dann ein Vortrag von unserer Bezirksvorsteherin Frau Dagmar Wenzel zum Thema: „Was braucht unser Ort heute?“. Sie berichtete von der teilweise schwierigen Situation von Kindern an der Wilhelmsschule und von Problemen von älteren Menschen bei der Beschaffung von Lebensmitteln auch durch die derzeit verschlechterte Busanbindung von Luginsland. Hierbei betonte sie die Bedeutung von nachbarschaftlichem Engagement und Fördervereinen. Aus kirchlicher Sicht stellte sich Pfarrer Hannes Bullard-Werner der gleichen Frage und umschrieb kirchliches Engagement einerseits als Forum zum Austausch von Meinungen, Ideen und Ansichten aber auch als Faktor für die praktische Ausgestaltung des gesellschaftlichen Lebens. Beide Funktionen soll auch ein Krankenpflegeförderverein erfüllen. Abschließend wagte Pfarrerin Gabriele Ehrmann, Diakoniepfarrerin in Stuttgart und langjährige Leiterin der Vesperkirche, einen Ausblick auf die Herausforderungen und Chancen unserer Gesellschaft. Angesichts des zu erwartenden technischen Fortschritts durch Künstliche Intelligenz und Robotertechnik sowie gleichzeitig knapper werdender finanzieller und personeller Ressourcen werde vor allem die Menschlichkeit entscheidend sein: eine Menschlichkeit, die unsere Gesellschaft zusammenhält und von der diakonischen Grundidee der bedingungslosen Annahme des Nächsten geprägt ist, wie sie Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter vor Augen stellt. Nach dem gemeinsam gesungenen Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“, insbesondere der Strophe, die den kranken Nachbarn bedenkt, sprach Dekan Eckhard Schultz-Berg nach einem kurzen Grußwort ein Abendgebet und bat um Gottes Segen für die Anwesenden sowie für das gemeinsame Engagement.
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